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Medizinische Versorgungszentren (20.04.2009)

Medizinische Versorgungszentren (MVZ) sind nach der Definition des § 95 SGB V \"fachübergreifende ärztlich geleitete Einrichtungen\".

Um die Rahmenbedingungen für eine ärztliche Tätigkeit zu verbessern, hat der 107. Deutsche Ärztetag im Mai 2004 die (Muster-)Berufsordnung novelliert, in der in gesellschafts- und berufsrechtlichen Begleitregelungen eine Rechtsform für eine Ärztegesellschaft geschaffen wurde, die sicherstellen soll, dass zumindest die Mehrheit der Gesellschaft ärztliche Berufsangehörige sind, dass die Gesellschaft unter ärztlicher Leitung steht und dass Ärztinnen/Ärzte im Rahmen ihrer Berufsausübung grundsätzlich medizinisch unabhängig tätig sein können.

Niedergelassenen Vertragsärztinnen und -ärzten sowie angestellten Ärztinnen und Ärzten ist die Anbindung an diesen neuen Versorgungstypus zu ermöglichen. Im Folgenden ist von drei Varianten auszugehen:

Variante 1: Gründer ist die fachverschiedene Gemeinschaftspraxis mit Vertragsärzten und angestellten Ärzten. Es ist ein MVZ, das durch eine \"Freiberufler\"-Gesellschaft (BGB-Gesellschaft, Partnerschaftsgesellschaft) gegründet wird und das den Versorgungsauftrag sowohl durch die in dieser Gesellschaft zugelassenen Vertragsärztinnen/Vertragsärzten in Gemeinschaftspraxen als auch durch angestellte Ärztinnen/Ärzte erfüllt.

Variante 2: Gründer sind MVZ mit einer Trägergesellschaft (Kapitalgesellschaft), deren Gründer, d. h. Gesellschafter nicht selbst die medizinischen Versorgungen durchführen, sondern die Versorgungsaufgaben im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung mit angestellten Ärzten verwirklichen.

Variante 3: Die MVZ bestehen aus einer Kombination aus Trägergesellschaften, welche mit angestellten Ärztinnen/Ärzten arbeiten und \"Freiberufler\"-Gesellschaften, die ebenfalls mit angestellten Ärztinnen/Ärzten tätig werden. Die Gesamtträgerschaft für das MVZ wird einer GmbH zugeordnet, welche für angestellte Ärztinnen und Ärzte eine Untergesellschaft bildet und für die Mitwirkung der \"Freiberufler\"-Gesellschaft einen Sicherstellungsvertrag abschließt.

Diejenigen, die ein MVZ gründen möchten, müssen an der Gesundheitsversorgung im Rahmen der GKV teilnehmen, wie Krankenhäuser, Vertragsärzte, Vertragspsychotherapeuten, Apotheker, Physiotherapeuten, Sanitätshäuser, jedoch z. B. kein Arzneimittelhersteller. Durch die Beschränkung auf die im System der gesetzlichen Krankenversicherung tätigen Leistungserbringer soll eine primär an medizinischen Vorgaben orientierte Führung des Zentrums sichergestellt werden. MVZ bergen durchaus Chancen für Ärztinnen und Ärzte in sich. Es besteht beispielsweise die Möglichkeit, auf verschiedenen Ebenen in dieses MVZ einzutreten, als Gründerinnen/Gründer, als niedergelassene Ärztin/als niedergelassener Arzt oder als angestellte Ärztin/als angestellter Arzt. Diese Neuregelung eröffnet insbesondere jungen Ärztinnen/Ärzten eine weitere Möglichkeit, an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen zu können, ohne die mit einer Praxisgründung verbundenen wirtschaftlichen Risiken eingehen zu müssen. Mit den MVZ wird eine Versorgungsform ermöglicht, deren Vorteil insbesondere in der erleichterten Möglichkeit der engen Kooperation unterschiedlicher ärztlicher Fachgebiete untereinander sowie mit nicht ärztlichen Leistungserbringern liegt. Die angestellte Ärztin/der angestellte Arzt kann darüber hinaus eine Voll- oder Teilzeittätigkeit anstreben. Ferner können weiterbildungsbefugte Ärztinnen/Ärzte in dem MVZ weiterbilden. Einen weiteren Anreiz für angestellte Ärztinnen und Ärzte stellt die Möglichkeit dar, nach fünf Jahren Tätigkeit in einem MVZ eine Zulassung für die ambulante Tätigkeit zu erwerben oder weiter angestellt zu bleiben.

Darüber hinaus werden ärztlich geleitete MVZ als eine Chance für die ärztliche Berufsausübung angesehen. Insbesondere für Ärztinnen können die MVZ eine Möglichkeit sein, sich dort \"lebenszyklusbezogen\" einzubringen. Je nach Familienphase kann die Arbeitszeit angepasst werden. Positiv wird bewertet, dass die Ärztin/der Arzt im MVZ dem Kammerrecht bzw. dem Berufsrecht unterworfen ist und nicht dem restriktiven Kassenarztrecht. Das im Jahr 1998 eingeführte Jobsharing hat sich leider nicht im großen Umfang etabliert, da die Hinzuziehung einer weiteren Person in die Praxis keine wesentliche Leistungserweiterung nach SGB V § 101 nur 3% Überschreitung erlaubt.
Quelle: www.bundesaerztekammer.de


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