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\"Wir verstehen unser Krankenhaus als Marke\" (22.04.2009)

TZ: Wie kann das Kreiskrankenhaus Torgau unter den Bedingungen der Gesundheitsreform seinem ganzheitlichen Versorgungsauftrag gerecht werden?
Dr. Müller: Die Auswirkungen der aktuellen Gesundheitsreform auf unser Krankenhaus sind heute noch gar nicht abzuschätzen. Uns bleibt nur ein kleiner planerischer Spielraum. Das werden die nächsten Monate zeigen. Den Charakter des regionalen medizinischen Versorgungszentrums wollen wir beibehalten.
Sehen Sie Gefahren durch die Kreisreform?
Die Krankenhäuser bleiben bestehen. Wir arbeiten schon länger eng zusammen. Das gilt auch für die Elbe-Elster Region, beispielsweise mit Apotheken. Seit vielen Jahren haben wir schon Einkaufsverbünde geschaffen. So sind wir in der Lage, auch wirtschaftlich im Be-reich der Medikamentenversorgung zu agieren.
Trotz Grundversorgung geht doch die Tendenz auch immer mehr in Richtung Spezialisierung.
Auch da haben wir rechtzeitig unsere Aktivitäten begonnen. Mit dem Darmzentrum und dem Brustzentrum genießen wir in einem Umkreis von etwa 60 Kilometern einen sehr guten Ruf, sind also überregional tätig.
Welche Fachbereiche existieren am Kreiskrankenhaus Torgau?
Ohne jegliche Wertung sind dies die Chirurgie, die Gynäkologie und Geburtshilfe, die Innere Medizin, die Anästhesie und Intensivmedizin, sowie die Pädiatrie (Kinderabteilung) mit ihren unterschiedlichen Spezialrichtungen. Außerdem gibt es Belegbereiche für Hals-Nasen-Ohren, die Urologie und von zwei Augenärztlichen Gemeinschaftspraxen sowie das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ). Nicht zu vergessen sind das Labor, die angeschlossene Radiologie sowie die Physiotherapeutische Abteilung.
Wie sichert die Geschäftsleitung die personelle Seite des Krankenhausbetriebes von den Ärzten bis zu den technischen Mitarbeitern?
Wir hatten im vergangenen Jahr allein 11 000 stationäre Behandlungsfälle zu verzeichnen. Auch bereits nach dem 1. Quartal 2009 ist wieder ein deutlicher Anstieg der Behandlungszahlen zu registrieren. Deshalb musste es zu einer Aufstockung der ärztlichen und pflegerischen Kräfte kommen. Aktuell arbeiten im Bereich des Kreiskrankenhauses 439 Mitarbeiter, davon 47 Ärzte. Das Service-Center hat 27 Mitarbeiter. Und der Vollständigkeit halber will ich auch noch die Vitaris GmbH anführen, die über ein Personal von 155 Mitarbeitern verfügt.
Was macht aus Ihrer Sicht die Besonderheit des Torgauer Kreiskrankenhauses aus?
Wir verstehen unser Krankenhaus schon als eine echte „Marke“, wenn ich den Vergleich zur Wirtschaft heranziehen darf. Ein „No-Name-Produkt“ braucht Jahre, bis es zu einer Marke wird. In der Medizin ist dies nicht anders. Unser Leitbild ist die Qualitätssicherung. Dazu gehört die Zertifizierung nach den geltenden ISO-Normen. Das ist uns in vielen Bereichen erfolgreich gelungen. Sogar mehrere Wiederholungsüberprüfungen, sogenannte Re-Audits, wurden erfolgreich bestanden. Durch die externen Überprüfungen gelingt es uns, Betriebsblindheit zu über-winden, noch vorhandene Lücken aufzuspüren und diese zu schließen.
Wie bekommt das der Patient zu spüren?
Wir können so eine qualitativ hohe medizinische Versorgung auf modernstem Standard bieten. Der Komfort für den Patienten ist sehr hoch. In unserem Krankenhaus soll und kann man sich wohlfühlen. So ist unser Haus zu einem echten Magneten geworden, was auch die Patienten beweisen, die nicht aus dem unmittelbaren Einzugsgebiet kommen. Ich glaube, die öffentliche Wahrnehmung zum Kreiskrankenhaus Torgau ist überwiegend positiv.
Um den von Ihnen beschriebenen hohen Standard des Krankenhauses beizubehalten, bedarf es doch sicher nicht unerheblicher Investitionen, oder?
Da haben Sie völlig recht. Um die bildgebende Diagnostik, also CT und MRT, auf höchstem Niveau zu halten, haben wir erst vor wenigen Monaten circa zwei Millionen Euro investiert. Die konventionelle Röntgendiagnostik soll im nächsten Jahr ausgetauscht werden. Das Instrumentarium, beispielsweise für die Chirurgie, erlebt eine fortschreitende Entwicklung. Dies wird bei der jährlichen Geräteplanung berücksichtigt. Übrigens erfolgt gegenwärtig gerade die Bedarfsplanung der einzelnen Abteilungen, die dann zur Geschäftsleitung gereicht wird. Jährlich rund eine Million Euro setzen wir hier ein.
Und außerhalb der Technik?
Gilt bei uns das Prinzip der langfristigen und ständigen Renovierung. Dabei sind für uns ortsansässige Unternehmen die wichtigsten Vertragspartner.


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