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Ambulant und stationär noch enger verzahnen (24.04.2009)

Hohenlohe - Um die Zukunft kleinerer Kliniken zu sichern, müssen ambulante und stationäre Behandlungen enger verzahnt werden. Genau diesen Weg geht das Hohenloher Krankenhaus (HK) - in Künzelsau. Das Ärztehaus kommt zügig voran, genauso der Zwischenbau, wo gestern Richtfest war.

Mehr als zehn Millionen Euro kostet das ambulante Versorgungszentrum und der verbindende Kliniktrakt. 4,2 Millionen Euro fließen in den Umbau des Altbaus. Am 1. Juli werden drei Gynäkologen und zwei Allgemeinmediziner ihre Praxen im Ärztehaus eröffnen. Die Apotheke, das Sanitätshaus und ein Hörakustiker sind dann ebenfalls startklar. Die Dialyse und der HNO-Arzt folgen bis Oktober, bis Jahresende werden ein Kardiologe und ein Chirurg eingezogen sein. 700 Quadratmeter sind noch nicht vermietet. Verhandlungen laufen mit einem Kieferorthopäden, einem Kinderarzt und einem Allgemeinarzt. Der Zwischenbau soll bis Herbst fertig sein. Er beherbergt Behandlungsräume für Belegärzte, die neue Liegendanfahrt, einen Multifunktionsraum sowie Chirurgie und Innere.

Planung

Kürzere Wege, Synergien zwischen niedergelassenen Ärzten und Klinikmedizinern, abgestimmte Behandlungspfade, effizienteres Arbeiten bei gleichbleibend hoher Qualität: All das steckt hinter diesem Vorhaben. Doch müsste das, was für Künzelsau gilt, nicht auch in Öhringen Einzug halten? Davon ist bislang kaum die Rede gewesen. Jetzt hat HK-Geschäftsführer Dieter Bopp erstmals angekündigt, dass dieses Prinzip in Öhringen ebenfalls stärker zum Tragen kommen soll.

Dazu wird nicht, wie in Künzelsau, neu gebaut. Vielmehr sollen Räume im bestehenden Gebäude für mehr niedergelassene Ärzte geöffnet werden. Zu weiteren Plänen will sich Bopp nicht äußern, zu viel sei noch in der Schwebe. Am klaren Willen, die Verbindung ambulant-stationär auch in Öhringen voranzutreiben, lässt er aber keinen Zweifel.

Künzelsau und Öhringen sollen gleichermaßen gestärkt werden. Vor allem im Verbund mit der Gesundheitsholding, die seit Oktober 2006 mit den Stadt- und Landkreiskliniken Heilbronn (SLK) besteht, bislang jedoch eher geräuschlos agiert. Das liegt zum einen daran, dass zweimal der Geschäftsführer wechselte. Zum anderen haben Heilbronn und Hohenlohe noch genügend eigene Hausaufgaben.

Überzeugung

Zunächst wird der Hebel an anderer Stelle angesetzt: Um die Häuser enger zu verbinden, muss die EDV vereinheitlicht werden. Eine Mammutaufgabe, die „mords viel Geld kostet“ (Bopp) - der Holding satte drei Millionen Euro, dem HK „zwischen 300 000 und 500 000 Euro“. Weitere mögliche Schritte seien der „gemeinsame Einkauf, die Bündelung des medizinischen Controllings und der Medizintechnik sowie Vereinheitlichungen im Hygienebereich“. Bis 2012 soll das neue Medizin-Konzept am HK greifen. „Dann können wir uns Heilbronn weiter annähern.“

All dies zielt auch darauf ab, die Patienten im Verbund zu halten. Was gar nicht so einfach ist. „30 Prozent der niedergelassenen Ärzte beeinflussen, in welche Klinik der Patient geht. Zu 70 Prozent entscheidet er das selbst“, so Bopp. Das Ziel kann deshalb nur heißen, beide Seiten von der medizinischen Güte zu überzeugen. „In den SLK-Kliniken und in Hohenlohe hat der Generationswechsel auf Chefarztebene sehr gut geklappt“, lobt Helmut M. Jahn, Aufsichtsratsmitglied der Holding, der positiv überrascht ist, „wie hoch die Qualität der Bewerber ist und war“. Der personelle Austausch geht 2009 in Heilbronn weiter, so dass die Holding neu durchstarten kann.

„Wir sind noch nicht so weit, wie wir es gerne hätten“, gibt Jahn zu, der eine „gescheite Aufteilung“ wünscht. So habe Öhringen eine „starke Geburtshilfe, die viele Eltern aus dem Unterland anzieht“. Würde die Klinik am Plattenwald in diesem Bereich aufrüsten, sei das problematisch. „Ebenso wäre es falsch, Künzelsau zu schwächen.“ Der Standort müsse ein „starker Brückenkopf“ bleiben, vor allem im Hinblick auf die Konkurrenz in Bad Mergentheim (Caritas) und Schwäbisch Hall (Diak), wo schon jetzt viele Hohenloher behandelt werden.

Wünsche

Langfristig will Bopp in Künzelsau und Öhringen „tausend Patienten mehr haben“. Vor diesem Hintergrund ist auch der Wunsch zu verstehen, Künzelsau mit einem Kernspintomografen für rund eine Million Euro aufzurüsten und Teile des OP-Bereichs in Öhringen zu erneuern. Dafür werden 2,6 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket des Bundes erwartet. Kommentar „Schulterschluss“


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