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Klinik-Neubauten wandeln das Gesicht der Medizinstadt (27.04.2009)

ERLANGEN - Nichts ist so beständig wie der Wandel: Dies gilt auch für das Universitätsklinikum Erlangen, das seine Einrichtungen immer wieder erneuert hat, um Krankenversorgung, Forschung und Lehre der Moderne anzupassen. Doch gerade jetzt verändert das inmitten in der Stadt gelegene Klinikum sein Gesicht gewaltig. In den kommenden acht Jahren werden es über 400 Millionen Euro sein, die in Neubauten oder Sanierungen des 1 400-Betten-Hauses fließen. Nachfolgend ein Überblick über die einzelnen Projekte.

Bettenhaus des neuen Operativen Zentrums (Bauzeit 2008 bis 2012, Kosten 57 Millionen Euro): Entlang der Östlichen Stadtmauerstraße hat der Freistaat - er ist für das Uniklinikum zuständig - mit der Umsetzung des derzeit größten Projektes, des Operativen Zentrums, begonnen. Bereits mit dem Bettenhaus wird das Klinik-Kerngelände völlig neu gestaltet. Vorgesehen sind neun Stationen auf fünf Ebenen mit 306 Betten, 22 Betten in einer tagesklinischen Station sowie zahlreiche weitere Räume, etwa für Aufnahme, Verwaltung oder Seelsorge. Das Gebäude wird eine Länge von etwa 130 Meter, eine Höhe von 21 Meter und eine Nutzfläche von knapp 10 000 Quadratmeter haben. Derzeit werden die Abbrucharbeiten beendet, der Erdaushub beginnt im Mai. Weitere 5,3 Millionen Euro fließen in Erschließungsmaßnahmen.

Funktionstrakt des Operativen Zentrums (Bauzeit 2013 bis 2017, 163 Millionen Euro): Ist das alte Bettenhaus abgerissen, wird auf dieser Fläche, in Nachbarschaft zu den angrenzenden Bauten und in einem zweiten Bauabschnitt ein deutlich größeres Gebäude mit etwa 15 400 Quadratmeter Nutzfläche errichtet. Es enthält zahlreiche OP-Bereiche, Intensivstationen und Untersuchungsräume, die die chirurgischen Kliniken und Abteilungen nutzen werden. Integriert werden zudem eine Poliklinik, Lehr- und Verwaltungsräume.

OP-Ersatzräume (Bauzeit 2010 bis 2011, 6 Millionen Euro): Um die Krankenversorgung während der Bauzeit des Funktionstraktes gewährleisten zu können, ist die Errichtung von vier provisorischen OP-Sälen samt Aufwachräumen und Haustechnik an der Krankenhausstraße notwendig. Der dreigeschossige Bau wird über das Konjunkturprogramm finanziert und am Ende wieder abgerissen.

Zweiter Bauabschnitt Nichtoperatives Zentrum (Bauzeit 2003 bis 2010, 125,5 Millionen Euro): Relativ weit fortgeschritten ist der zweite Bauabschnitt der Neubaus der Inneren Medizin am Ulmenweg. Auch dieses Projekt gehört mit dem 2002 eingeweihten ersten Bauabschnitt (knapp 100 Millionen Euro) zu den ganz großen Vorhaben des Klinikums. In dem lang gestreckten Baukörper und seinen Kopfbauten sind im ersten Bauabschnitt die Medizinischen Kliniken I und II untergebracht, jetzt folgen auf knapp 18 800 Quadratmeter Nutzfläche die Medizinischen Kliniken III, IV und V, die Nuklearmedizin, Reinraumlabore, das Radiologische Institut sowie u. a. eine Poliklinik.

145 Betten sind für die Allgemeinpflege gedacht, 30 für Tagespatienten, acht für die Nuklearmedizin, zwölf für Knochenmark-Transplantationen, zehn für Nierenpatienten und 16 Betten für die Dialyse. Die Arbeiten an der Haustechnik sind weitgehend abgeschlossen, jetzt folgen Böden, Wände, Decken und dergleichen. Zum Vorhaben gehören ebenso eine östlich anschließende Tiefgarage mit 365 Plätzen sowie ein eigenes Hörsaal- und Seminargebäude. Auch hier sind die Arbeiten bereits weit fortgeschritten.

Zentrum für Translationale Klinische Forschung TRC (Baubeginn 2011, 25 Millionen Euro). Auf dem Gelände der alten Nervenklinik und in direkter Nachbarschaft zum NOZ soll ein von Bund und Ländern finanziertes, innovatives interdisziplinäres Zentrum entstehen, das Forschungsergebnisse in praktisch anwendbare Verfahren umsetzt. Ein Architektenwettbewerb wurde kürzlich abgeschlossen, der Abriss der denkmalgeschützten «Hupfla» ist geplant. Zudem will das Klinikum auf dem Gelände in Eigenregie und mit eigenen Mitteln ein Parkhaus mit etwa 500 Stellplätzen samt eventuellem Helikopterlandeplatz errichten.

Sanierung der Pathologie (2007 bis 2010, 15 Millionen Euro): Die Generalsanierung des 102 Jahre alten, denkmalgeschützten Gebäudes an der Krankenhaus-/Universitätsstraße wird 2010 abgeschlossen. Wie z. B. in der Strahlenklinik ist man auch hier mit dem Gebäude einfühlsam umgegangen, um Schönes und historisch Bedeutendes zu erhalten. Ein moderner Anbau im Hof enthält Seminar- und Sozialräume.

Sanierung des C-Baues der Kinderklinik (Bauzeit voraussichtlich 2010 bis 2013, 20,9 Millionen Euro): Der rechte Gebäudetrakt der Klinik in der Loschgestraße hat zum einen mit PCB-Emissionen zu kämpfen, zum anderen sind die Betonteile stark beschädigt. Die lange geschobene Sanierung, für die jetzt die Planungen angelaufen sind, wird nur noch den Rohbau stehen lassen, dann um ein Geschoss aufstocken und einen zusätzlichen, zweigeschossigen Riegel auf die begrünte Tiefgarage stellen. So soll u. a. zusätzlicher Platz für Labore und eine onkologische Tagesklinik gewonnen werden.

Palliativabteilung in der Frauenklinik (Bau 2009, 2,8 Millionen Euro): In der früheren Geburtshilfe wird das Klinikum noch heuer zehn Betten für schwerstkranke Menschen in der letzten Lebensphase einrichten. Damit eng verbunden ist die Installation eines Lehrstuhls für Palliativmedizin, den die Deutsche Krebshilfe mit einer Million Euro innerhalb von fünf Jahren fördert. Jetzt haben die Vorarbeiten für die neue Abteilung begonnen.


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