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Demografie und medizinische Versorgung - Sachsen braucht mehr Ärzte! (27.04.2009)

Obwohl Sachsen sinkende Bevölkerungszahlen zu verzeichnen hat, steigt durch Geburtenrückgang, Abwanderung vor allem junger Sachsen, gestiegene Lebenserwartung und das Nachrücken stärker besetzter Altersgruppen der Anteil der älteren Bevölkerung in den nächsten Jahren immer weiter an. Dadurch sowie durch den medizinisch-technischen Fortschritt und die damit verbundene wachsende Spezialisierung der Ärzte, wächst auch der Bedarf an medizinischen und pflegerischen Leistungen deutlich. Dem gegenüber stehen die Überalterung der sächsischen Ärzteschaft und der akute Nachwuchsmangel durch Abwanderung junger Ärzte in andere Bundesländer, ins Ausland oder in nicht-medizinische Berufsfelder.

„Wir stellen uns den Herausforderungen der demografischen Entwicklung in Sachsen”, so der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze. „Beispielsweise ist Sachsen das erste Bundesland mit einem Gesundheitsziel „Aktiv Altern”. Zusätzlich müssen wir die Rahmenbedingungen des Arztberufes wieder so attraktiv machen, damit junge Menschen sich für diesen wunderbaren Beruf entscheiden.”

Von den 14.5641 (+498)2 berufstätigen Ärzten in Sachsen sind 7.458 (+648) im stationären und 6.283 (+136) im ambulanten Bereich tätig. 823 (-286) sächsische Ärzte arbeiten in Behörden oder gehen einer anderen ärztlichen Tätigkeit nach. 5.400 (+1.704) Ärzte in Sachsen sind nicht mehr berufstätig bzw. nicht ärztlich tätig. Sie sind überwiegend bereits im Ruhestand, ein kleinerer Teil im Erziehungsurlaub oder aus anderen Gründen aus dem Beruf ausgestiegen. 36 Prozent der berufstätigen niedergelassenen Ärzte sind 55 Jahre oder älter und werden in den nächsten fünf bis 10 Jahren in den Ruhestand gehen.

Jeder berufstätige Arzt in Sachsen muss durchschnittlich 293 Einwohner versorgen. Tatsächlich sind es aber noch deutlich mehr. Für die flächendeckende medizinische Versorgung der sächsischen Bevölkerung sind die 6.283 niedergelassenen Ärzte verantwortlich. Auf jeden ambulant tätigen Mediziner kommen somit 680 Patienten. In Bayern kommen im Vergleich dazu auf jeden ambulant tätigen Arzt nur 528 Patienten. Damit haben die sächsischen Ärzte deutlich mehr Patienten zu versorgen als ihre Kollegen in anderen Bundesländern.


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