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Ärzte warnen vor \"Wartelisten-Medizin\" (29.04.2009)

\"Wir bewegen uns auf eine Wartelisten-Medizin zu\", sagte der Vizepräsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, am Dienstag in Berlin. Grund sei ein zunehmender Ärztemangel, obwohl die Zahl der Mediziner von 1991 bis 2008 um über 30 Prozent gestiegen sei. Um die Zahl der Ärzte weiter zu erhöhen, fordert der Verband eine höhere Bezahlung und bessere Rahmenbedingungen. Gesundheitsministerium und Krankenkassen wiesen die Forderungen vehement zurück.

Unter anderem durch die Zunahme immer älter werdender Menschen und durch neue Behandlungsmethoden sei die Nachfrage nach ärztlicher Behandlung gestiegen, sagte Montgomery. Dadurch sei die Arbeitslast größer geworden: \"Einfach gesagt: Arbeit in der Medizin ist unattraktiv geworden.\" Es fehlten Mediziner. Die Folge seien neben Wartezeiten, eine dünner werdende ambulante Versorgung in ländlichen Regionen sowie Engpässe bei bestimmten Fachärzten und Spezialisten.

Die Verantwortung für diese Entwicklung trage die Politik, sagte Montgomery. Um wieder mehr Menschen in den Arztberuf zu locken und die Abwanderung deutscher Ärzte ins Ausland aufzuhalten, müsse es an Krankenhäusern mehr Stellen und eine bessere Bezahlung geben. Auch die Vergütung niedergelassener Ärzte müsse verbessert werden. \"Es ist nicht immer nur das Geld\", sagte Montgomery und verwies auf schlechte Rahmenbedingungen wie etwa viele Überstunden. In Schweden beispielsweise hätten Ärzte genau bestimmte Arbeitszeiten. Außerdem würden schwedische Arbeitgeber versuchen, auch den Ehepartnern deutscher Ärzte Arbeitsmöglichkeiten zu verschaffen.

MINISTERIUM: FORDERUNG DER ÄRZTEKAMMER IST STARKES STÜCK

\"In solchen Zeiten der Krise dauernd nach noch mehr Geld zu rufen, ist schon ein starkes Stück\", erklärte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums. Die Bundesärztekammer ignoriere Verbesserungen. \"Wir haben dafür gesorgt, dass für eine bessere Bezahlung der Arbeit in den Krankenhäusern rund 3,5 Milliarden Euro mehr bereitgestellt wird.\" Für die Vergütung niedergelassener Ärzte würden 3,8 Milliarden Euro mehr als 2007 zur Verfügung gestellt.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) sprach von absurden Forderungen und verwies auf historisch höchste Honorarsteigerungen in der jüngsten Vergangenheit. \"Wir haben in Deutschland insgesamt nicht zu wenige Ärzte\", sagte ein GKV-Sprecher. Sie seien aber unter Versorgungsgesichtspunkten teilweise schlecht verteilt. \"Es ist die zentrale Aufgabe der Institutionen der Ärzteschaft, die flächendeckende Versorgung der Patienten sicherzustellen.\" Die Mediziner sollten deshalb handeln und nicht klagen.


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