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Arbeitsmarkt für Ärzte: Außergewöhnlich starke Nachfrage (08.05.2009)

Die Personalverantwortlichen in den Krankenhäusern haben sich inzwischen bereits daran gewöhnt, dass in vielen Bereichen Oberarztpositionen schwer oder kaum noch zu besetzen sind – aber dass auch Bewerber für Einstiegspositionen auf der Facharztebene knapp werden, ist neu. Stellen, die früher direkt mit „frisch gebackenen“ Fachärzten aus dem eigenen Haus besetzt werden konnten, müssen immer öfter ausgeschrieben werden. Dies führte dazu, dass die Zahl an Ausschreibungen von einfachen Facharztpositionen sprunghaft anstieg: von 459 im 1. Halbjahr 2005 auf jetzt 734. Und selbst Weiterbildungsstellen zum Erwerb einer Schwerpunktbezeichnung in der Inneren Medizin oder Chirurgie sind nicht mehr leicht zu besetzen, weil qualifizierte Initiativbewerbungen ausbleiben.

Momentan können sich die Ärzte nahezu aller Fachgebiete über eine außergewöhnlich starke Nachfrage freuen, in erster Linie diejenigen aus operativen Fächern. Hier setzt sich ein Trend fort, der bereits im letzten Jahr zu beobachten war: In Zeiten zunehmender Konkurrenz erweitern die Krankenhäuser ihr Leistungsspektrum und etablieren zusätzliche operative Schwerpunkte oder bauen bestehende Angebote aus. Dafür benötigen sie die entsprechenden Spezialisten unter den Fachärzten.

Profitierten von dieser Entwicklung im letzten Jahr vor allem die Internisten, sind es in diesem Jahr die Chirurgen. Sie konnten bisher auf 36 Prozent mehr Stellenausschreibungen zurückgreifen als im Vorjahr. Dabei lagen die Orthopäden/ Unfallchirurgen und Viszeralchirurgen erwartungsgemäß an der Spitze der Nachfrage. Den größten Sprung nach vorne machten jedoch die Thoraxchirurgen und die Neurochirurgen, deren Anzeigenaufkommen sich verdoppelte beziehungsweise mehr als verdreifachte. Vielfach werden neue oder zusätzliche Chefarztbereiche etabliert, auch indem zum Beispiel bestehende Abteilungen geteilt werden. Dies führte dazu, dass die Zahl an ausgeschriebenen Chefarztpositionen in der Chirurgie bislang fast doppelt so hoch liegt wie im Vorjahr.

Im Zuge des Ausbaus der operativen Kapazitäten in den Krankenhäusern verzeichneten auch die Anästhesisten einen Nachfrageboom: Sie konnten sich auf 212 statt wie im Vorjahr auf 131 Stellenanzeigen bewerben. Aber nicht nur die Fächer aus dem klassischen operativen Spektrum standen in der Nachfrage ganz oben. In der Neurologie wurden bisher fast doppelt so viele Stellenanzeigen geschaltet wie im Vorjahr. Und auch in der Gynäkologie ist ein Ende des Nachfragebooms nicht in Sicht: In diesem Fachgebiet wurden nochmals knapp 50 Prozent mehr Stellenanzeigen als im Vorjahr veröffentlicht; damit hatte in diesem Jahr rein rechnerisch bereits annähernd jede dritte Abteilung Gynäkologie/Geburtshilfe eine Facharztposition zu besetzen.

Deutsches Ärzteblatt 103, Ausgabe 30


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