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Arbeitsmarkt für Ärzte: Außerklinische Facharztstellen nur noch schwer zu besetzen (08.05.2009)

Die Nachfrage der Krankenhäuser nach Fachärztinnen und Fachärzten zieht weiterhin spürbar an. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres wurden mit 2 478 insgesamt rund 20 Prozent mehr klinische Facharztstellen ausgeschrieben als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dabei verzeichneten die Fachgebiete Pädiatrie (plus 27 Prozent), Orthopädie (plus 26 Prozent), Innere Medizin (plus 24 Prozent) und Neurologie (plus 22 Prozent) die größten Zuwachsraten. Da das zur Verfügung stehende Bewerberpotenzial aber nicht größer wird, nimmt der Wettbewerb um qualifizierte Fachärzte zu. In Zeiten eines relativen Bewerbermangels haben es die außerklinischen Tätigkeitsfelder besonders schwer, geeignete Fachärzte zu gewinnen. Dies gilt selbst in Zeiten wie diesen, in denen der Akutbereich wegen seiner Arbeitsbedingungen und -belastungen stark in der öffentlichen Kritik steht.

Von den Sozialversicherungsträgern wurden mit 171 noch nie so viele Gutachterpositionen ausgeschrieben wie in den ersten neun Monaten dieses Jahres. Dies hat jedoch nicht per se mit einem steigenden Bedarf zu tun. Vielfach mussten die Arbeitgeber, in erster Linie die Medizinischen Dienste der Krankenkassen und die Landesversicherungsanstalten, Stellen ausschreiben (oft sogar mehrmals), für die vor zwei Jahren noch Initiativbewerbungen vorgelegen hätten. Besonders gesucht waren Internisten, Orthopäden, Chirurgen und Pädiater sowie Psychiater und Neurologen – also gerade jene Fachgebiete, die generell in der Nachfragegunst derzeit weit vorne liegen.

Ähnlich stellt sich die Situation für die Rehabilitationskliniken dar. Diese schalteten mit 303 Anzeigen insgesamt 13 Prozent mehr Stellenausschreibungen als im Vorjahr, was auch hier als ein Zeichen für die zunehmenden Schwierigkeiten bei Stellenbesetzungen anzusehen ist. Dies gilt besonders für die Oberarztebene, wenn zum Beispiel Internisten mit einer Schwerpunktbezeichnung (Hämatologie/Onkologie, Gastroenterologie oder Kardiologie) gesucht werden: Diese werden auch von den Akutkrankenhäusern, zum Teil dringend, benötigt. Zudem halten Fragen nach den Zukunftsaussichten der Rehabilitation im DRG-Zeitalter viele Fachärztinnen und Fachärzte davon ab, Rehakliniken ernsthaft in ihre Stellensuche mit einzubeziehen.

Der öffentliche Gesundheitsdienst – in erster Linie die Gesundheitsämter – schalteten ebenso viele Anzeigen wie im Vorjahr (75). Bei der Finanzknappheit der Kommunen wird hier höchstens der Ersatzbedarf gedeckt. Neben den Fachärzten für Öffentliches Gesundheitswesen und Pädiatern sind auch hier Psychiater sehr gefragt. Aus den bereits genannten Gründen ist die Besetzung dieser Positionen besonders schwierig.

Von Januar bis September 2005 waren lediglich acht Managementpositionen für Fachärzte (Ärztliche Geschäftsführer, OP-Manager oder Ähnliches) ausgeschrieben. Generell spielen die nichtärztlichen Tätigkeitsfelder auf der Facharztebene mit 51 Stellenanzeigen nach wie vor eine untergeordnete Rolle.

Dr. rer. nat. Wolfgang Martin

Deutsches Ärzteblatt 102


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