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Ärzte wollen wirtschaftliche Verantwortung bei Arzneimitteln loswerden (02.06.2009)

\"Von 27 Regulierungsinstrumenten setzen elf beim Vertragsarzt an. Wiederum die Hälfte davon zielt auf die Steuerung von Menge und Preis\", monierte Carl-Heinz Müller, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), bei deren Vertreterversammlung (VV) in Mainz. Die Kollegen in den Praxen treffe damit \"die Hauptlast der Ausgabensteuerung\".

Die KBV findet das in hohem Maße ungerecht, denn ein einzelner Wirkstoff kann von zahlreichen Regulierungsinstrumenten erfasst sein. Aus- und Wechselwirkungen der gesetzlichen Regulierungen - Rabattverträge, Zuzahlungsbefreiung, Festbeträge, Aut-idem-Substitution etc. - seien für den Vertragsarzt völlig unüberschaubar geworden. Die Lösung: eine neue Aufgabenteilung. Nur noch die primäre Verantwortung für die Arzneimittelgrundversorgung soll beim Arzt liegen.
Kassen und Pharmaindustrie verantworten Ausgaben

Die gesamte Verantwortung für die Arzneimittelpreise solle künftig ausschließlich im Regelungsbereich von Krankenkassen und Pharmaindustrie liegen. Sie sollen dabei das bevölkerungsbezogene Morbiditätsrisiko berücksichtigen und zur Folgekostenabschätzung verpflichtet werden.

Der Vertragsarzt richtet sich streng nach den Empfehlungen evidenzbasierter Leitlinien in Verbindung mit den Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). \"Diese bilden den Korridor für die Verordnungsentscheidung des Arztes im Behandlungsfall\", erklärte Müller. Dafür übernimmt der Arzt die Verantwortung für die Indikationsstellung, die Auswahl des Wirkstoffs und die Festlegung der Verordnungsmenge und -dosierung.
Auf sämtlichen Rezepten nur noch Wirkstoff

Rezepte sollen nach dem Willen der KBV künftig grundsätzlich Wirkstoffverordnung sein. Die Auswahl in der Basisversorgung soll nach einer von der KBV erstellten Positivliste erfolgen. Die Versorgung mit Spezialpräparaten soll gut abgestimmt werden. Wird ein Patient dafür an einen Spezialisten überwiesen, so trägt dieser die Verantwortung.

Wenn diese Vorstellungen umgesetzt sind, kann auch das Prüfwesen angepasst werden. Die KBV fordert ein Ende der Betrachtung der Wirtschaftlichkeit - und damit der Regresse. Stattdessen könne künftig überprüft werden, ob die Verordnung indikationsgerecht war.

Q ÄP


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