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Ein Viertel des Krankenhauspersonals würde bei einer Influenzapandemie nicht arbeiten wollen (25.08.2009)

Aber würden ihre Mitarbeiter dann überhaupt zur Arbeit kommen? Der Betriebsärztliche Dienst der Universitätsklinik Frankfurt am Main fragte im Rahmen einer Impfung gegen die saisonale Influenza anonym 1231 Mitarbeiter (circa ein Drittel aller Beschäftigten): „Stellen Sie sich vor, es ist zum Ausbruch einer weltweiten Grippewelle (Influenzapandemie) mit hohen Erkrankungszahlen in Frankfurt und vielen Erkrankten am Universitätsklinikum gekommen – würden Sie zur Arbeit kommen, wenn Sie gesund wären?“

Nur 72,9 Prozent der Befragten beantworteten die Frage mit „ja“ (Bundesgesundheitsblatt 8; 2009: 862-9). Unter den Ärzten waren es 86,8 Prozent, beim Pflegepersonal antworteten 70,5 Prozent der Teilnehmer, sie würden in einem solchen Fall arbeiten, in der Verwaltung waren es lediglich 61,8 Prozent.

14,3 Prozent aller Befragten würden nicht arbeiten wollen (unter den Ärzten 6,1 Prozent) die übrigen wussten nicht, wie sie sich entscheiden würden. Als Beweggründe, nicht zur Arbeit erscheinen zu wollen, wurde am häufigsten die Angst um die Familie (77,2 Prozent) und um die eigene Gesundheit (71,6 Prozent) genannt.

Es sei ein überraschend hoher Anteil des Klinikpersonals, der im Fall einer Pandemie womöglich nicht zur Arbeit kommen werde, so die Autoren, und wenn eine Pandemie mit einer im Vergleich zur saisonalen Influenza erhöhten Morbidität und Mortalität Realität würde, könnte „die Bereitschaft zur arbeiten, noch weitaus geringer sein“. Möglicherweise habe ein Teil den sozialen Erwartungen an altruistisches Verhalten entsprechend geantwortet.

Überrascht hat die Autoren auch, dass nur 55,5 Prozent der Befragten es als ethische Pflicht ansehen würden, in einem solchen Fall zu arbeiten, unter den Ärzten waren es 66,6 Prozent, unter den Pflegekräften 53,3 Prozent. Nur 51 Prozent der Befragten meinten, der Arbeitgeber tue im Pandemiefall alles, um die Mitarbeiter vor einer Ansteckung zu schützen, und nur 10,5 Prozent trauten solche optimalen Anstrengungen der Politik zu.

Fazit der Autoren: Pandemiepläne sollten nicht nur den Anteil erkrankter Mitarbeiter berücksichtigen, sondern auch den Anteil derer, die zwar gesund sind, aber auf Grund persönlicher Ängste und Verpflichtungen nicht zur Arbeit kommen würden. Es müssten rechtzeitig „vertrauensbildende Maßnahmen“ ergriffen werden, damit die Klinikumsmitarbeiter Gewissheit bekommen, im Fall einer Pandemie optimal geschützt zu sein.

Es gelte aber auch, den Mitarbeitern ihre persönliche Rolle zur Aufrechterhaltung eines funktionierenden Gesundheitswesens im Fall einer Influenzapandemie bewusst zu machen, und zwar nicht nur jenen, die direkt mit der Patientenversorgung betraut sind, sondern auch Mitarbeitern aus Labordiagnostik, Technik, Reinigung und Verwaltung. OKI
aerzteblatt-studieren.de


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