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Deutsche beurteilen Zukunft des Gesundheitssystems skeptisch (25.08.2009)

Demnach schaetzt die ueberwiegende Mehrheit die Zukunft des Gesundheitssystems skeptisch ein: Jeweils rund drei Viertel der Befragten rechnen innerhalb der kommenden zehn Jahre mit steigenden Krankenkassenbeitraegen und Zuzahlungen fuer Medikamente; 69 Prozent erwarten, dass sich zunehmend eine Zwei-Klassen-Medizin entwickelt. Trotz dieser negativen Beurteilung ist die Ueberzeugung, dass eine umfassende Reform notwendig ist, gegenueber dem Jahr 2003 (67 Prozent) um 12 Prozentpunkte zurueckgegangen. \"Die Skepsis vieler Versicherter gegenueber der weiteren Entwicklung des Gesundheitssystems in seiner heutigen Struktur ist berechtigt\", sagte Uwe Schroeder-Wildberg, Vorstandsvorsitzender der MLP AG, bei der Vorstellung des Gesundheitsreports in Berlin. \"Umso erstaunlicher ist es, dass immer noch viele den großen Reformbedarf unterschaetzen, der sich vor allem aus der demographischen Entwicklung und dem medizinischen Fortschritt ergibt.\" Bislang ist das Vertrauen in die Leistungsfaehigkeit des Gesundheitssystems hoch. Demnach beurteilen 67 Prozent der Deutschen die aktuelle Versorgung als \"gut\" oder \"sehr gut\" - sieben Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor, aber 15 Prozentpunkte weniger als noch 1994.

Deutsche bevorzugen Buergerversicherung Gefragt nach aktuellen Reformmodellen zeigt sich nur ein geringer Zuspruch (21 Prozent) für die Finanzierung der kostenlosen Mitversicherung von Kindern über das Steuersystem. 59 Prozent votieren dafür, die Kosten weiterhin ueber die Krankenkassenbeitraege aufzubringen. Bei der Grundsatzentscheidung, ob das von der SPD bevorzugte Modell der Buergerversicherung oder die vom Sachverstaendigenrat vorgeschlagene Buergerpauschale vorzuziehen sei, sprach sich mit 52 gegenueber 30 Prozent eine Mehrheit fuer die Buergerversicherung aus. Gleichzeitig wuerden 50 Prozent der Deutschen eine vom Einkommen unabhaengige Wahl zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV) begruessen.

Unterstuetzung finden in der Bevoelkerung vor allem Reformoptionen, die ein gesundheitsbewusstes Verhalten foerdern - etwa Beitragsrabatte fuer die regelmaessige Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen (66 Prozent). Zugenommen hat im Zeitvergleich zudem die Einsicht, einzelne Elemente aus der GKV herauszunehmen: So stimmen heute 61 Prozent gegenueber 48 Prozent in 2002 der Aussage zu, dass die Krankenkasse medizinische Leistungen nicht mehr bezahlen solle, wenn sie nicht unbedingt zur Heilung von Krankheiten notwendig seien. Einer auf das Notwendigste beschraenkten Grundsicherung stehen zwar mit 33 Prozent vergleichsweise Wenige offen gegenueber, allerdings zweieinhalb Mal so viele Befragte wie im Jahr 2003. \"Die Bereitschaft zu mehr Eigenverantwortung und einer damit verbundenen Entlastung der gesetzlichen Versorgung nimmt eindeutig zu\", sagte Schroeder-Wildberg. \"Die Politik sollte eine umfassende Reform jetzt anpacken und das Gesundheitssystem zukunftsfaehig gestalten.\"

Hohe Wertschaetzung fuer private Krankenversicherung Wie ist man im Krankheitsfall besser abgesichert? 63 Prozent der Buerger sind der Meinung, dass dies in der PKV der Fall ist; sogar unter den ausschließlich gesetzlich Versicherten kommen 59 Prozent zu diesem Urteil, unter den Privatpatienten sind es 88 Prozent. Zum Vergleich: Lediglich 15 von 100 Befragten haben das Gefuehl, in einer GKV den besseren Schutz zu erhalten. Trotz dieser ausgemachten Vorteile für die PKV wuerden nur 15 Prozent der GKV-Versicherten gerne in die Private wechseln - unabhaengig davon, ob dies gesetzlich moeglich ist. Gleichzeitig ist das Interesse an privaten Zusatzversicherungen - vor allem fuer Zahnersatz, Pflegebeduerftigkeit und Sehhilfen - deutlich gestiegen: Waehrend sich im Jahr 1997 lediglich 23 von 100 GKV-Versicherten vorstellen konnten, eine weitere Zusatzpolice abzuschliessen, sind es mittlerweile 34 Prozent. \"Das steigende Interesse an Zusatzversicherungen zeigt den Wunsch nach einer individuellen sowie umfassenden Absicherung und Vorsorge auch im Gesundheitsbereich\", sagte Schroeder-Wildberg.

Steigendes Gesundheitsbewusstsein Ihren Gesundheitszustand beschreiben 67 Prozent der Deutschen als \"ziemlich gut\" oder \"sehr gut\", sechs Prozentpunkte mehr als Mitte der neunziger Jahre. Dabei messen immer mehr Menschen einem gesundheitsbewussten Verhalten eine bedeutende Rolle bei. Auffallend ist die Abweichung zwischen Idealvorstellung und tatsaechlichem Verhalten. Waehrend beispielsweise 84 Prozent eine gesundheitsbewusste Ernaehrung als sehr wichtig empfinden, setzen diese lediglich 38 Prozent regelmaessig um.

Persoenliche Ansprache ist Patienten wichtig Bei der Beurteilung der Aerzte ist den Patienten neben der fachlichen Qualifikation und der Kenntnis neuester Behandlungsmethoden vor allem ein persoenlicher Umgang wichtig. So legen jeweils rund drei Viertel der Befragten Wert darauf, dass der Behandelnde menschlich auf sie eingeht und sich viel Zeit nimmt. Dabei faellt das Urteil ueber den eigenen Hausarzt deutlich besser aus als ueber Aerzte insgesamt. So bescheinigen 66 Prozent dem Hausarzt, dass er menschlich auf sie eingeht, den Medizinern im Allgemeinen schreiben diese Eigenschaft nur zu 24 Prozent zu.
21.08.2009 Quelle: MLP


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