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Kassenverbund erhöht Qualitätsdruck auf Niedergelassene AOK will Online-Portal für Arztbewertungen starten (25.08.2009)

Er erwarte einen \"Aufschrei\" der Mediziner, sagte der Vizechef des AOK- Bundesverbands, Jürgen Graalmann, als er die Bombe platzen ließ. Mit einem eigenen Arzt-Bewertungsportal namens \"AOK-Arzt-Navigator\" soll im Lauf des Jahres die Behandlungsqualität verbessert werden. Das Internet-Portal könnte nach Meinung von Experten die gewinnorientierte Konkurrenz von DocCheck und Co. innerhalb kürzester Zeit in die Tasche stecken.

Die AOK-Pläne sind schon weit gediehen. Graalmann versicherte, dass die Bewertungskriterien gemeinsam mit Medizinern entwickelt würden. Erst wenn mehrere Bewertungen zusammengekommen und somit aussagekräftig seien, werde die gesamte Beurteilung freigeschaltet. Ausdrücklich ziele das Angebot nicht nur auf Service ab, sondern auch auf Behandlungsqualität.
Hoppe: Bärendienst an den Versicherten

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) kritisierte die Pläne umgehend. Ihr Sprecher Roland Stahl warnte vor einem \"digitalen Ärztepranger\". Auch der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, erklärte die AOK würden den \"berechtigten Ansprüchen ihrer Mitglieder auf qualitätsgesicherte Informationen einen Bärendienst.\" Der im Internet anonym bewertete Arzt habe keine Möglichkeit, \"auf Kritik zu reagieren und Missverständnisse richtig zu stellen\".

Hartmannbund-Chef Kuno Winn befürchtet eine Verbindung zwischen dem Portal und den neuen Selektivverträgen einiger Ortskrankenkassen. \"Werden dann da vielleicht aus Ärzten, die einen Hausarztvertrag mit der AOK abgeschlossen haben, gute Ärzte mit prima Service-Leistungen und aus den anderen schlechte?\", fragte er. Gleichzeitig forderte er die ärztlichen Vertragspartner der AOK auf, sich hier ebenfalls eindeutig zu positionieren.
Patientenbeauftragte findet mehr Transparenz gut

Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Helga Kühn-Mengel (SPD), erklärte sich dagegen grundsätzlich einverstanden mit den Plänen. Sie begrüße alles, was das Gesundheitssystem transparenter mache - solange das Portal \"absolut seriös und wissenschaftlich begleitet organisiert\" werde und Diskriminierung oder üble Nachrede verhindert werden könnten.

Auch andere Krankenkassen zeigten sich offen für das AOK-Vorhaben. Es könne aber nicht darum gehen, dass die Patienten pauschal Ärger oder Zufriedenheit äußerten, sagte Barmer-Sprecherin Susanne Rüsberg-Uhrig. Die Techniker Krankenkassen hält das Portal laut ihrer Sprecherin Dorothee Meusch für sinnvoll und wird es \"mit Interesse verfolgen\".

Florian Lanz, der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, wollte sich zwar nicht konkret zum AOK-Modell äußern. Allerdings erklärte er: \"Wir begrüßen aber alles, was zu mehr Transparenz und besserer Versorgung führt\".

dpa


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