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Personalmanagement \"Krankenhäuser müssen vor der eigenen Türe kehren\" (25.08.2009)

Die Forderung der Deutschen Krankenhausgesellschaft, die Studienplatzkapazitäten in der Medizin auszuweiten, geht in die richtige Richtung, greift aber zu kurz. Denn der Effekt einer solchen Maßnahme tritt erst mit einem Abstand von acht bis zehn Jahren ein, wenn die neu ausgebildeten Ärzte in der Versorgung ankommen. Für die aktuellen Probleme bei der Stellenbesetzung ist der DKG-Vorstoß keine Lösung. Das beste Mittel gegen Ärztemangel sind immer noch attraktive Arbeitsplätze\", betonte Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes.

Die DKG habe ihre Vorschläge auch nicht zu Ende gedacht. Wenn mehr Studenten ausgebildet würden, müssten auch die Kapazitäten in der klinischen Ausbildung, am Krankenbett des Patienten, erweitert werden. Bisher würden nur die Universitätskliniken diese Aufgabe übernehmen. \"Man kann nicht einfach eine höhere Zahl von Studienplätzen fordern und die Frage der klinischen Ausbildung unter den Tisch fallen lassen\", kritisierte Henke.

Als völlig untauglich bezeichnete der MB-Vorsitzende die Forderung der DKG, die bestehende Arbeitszeitgesetzgebung erneut in Frage zu stellen. \"Wir sind dem Europäischen Parlament dankbar, dass es den Versuch abgewehrt hat, patientenfeindliche Marathondienste zuzulassen. Bei der EU-Arbeitszeitrichtlinie darf es keine Rolle rückwärts geben\", so Henke.

\"Die Krankenhäuser müssen endlich erkennen, dass vernünftiges, zukunftsweisendes Personalmanagement zum Wettbewerbsfaktor geworden ist. Es gibt einen Wettbewerb um junge Ärzte. In diesem Wettbewerb können nur diejenigen bestehen, die nachweislich um gute Arbeitsbedingungen bemüht sind\", sagte Henke. Der Marburger Bund unterstütze ausdrücklich Überlegungen, Ärztinnen und Ärzte durch Aufgabenverlagerungen im Krankenhaus zu entlasten. Dafür seien aber keine Änderungen in den Berufsgesetzen notwendig. \"Die Kliniken sollten vor der eigenen Haustür kehren und nicht gleich nach dem Gesetzgeber rufen, wenn es darum geht, Ärzte zu entlasten, Arbeitszeitregeln einzuhalten und Krankenhäuser familienfreundlicher zu gestalten. Die therapeutische Gesamtverantwortung des Arztes steht nicht zur Disposition, wohl aber jede Menge unnötiger administrativer Ballast, den die Ärzte zu bewältigen haben\", unterstrich der MB-Vorsitzende.

Die Mitgliederbefragung des Marburger Bundes 2007 hat ergeben, dass 37 Prozent der Krankenhausärzte ihre Arbeitsbedingungen als schlecht empfinden, 10 Prozent sogar als sehr schlecht. Ein Drittel der Befragten gab an, dass sie täglich 2 bis 3 Stunden mit Verwaltungsarbeit befasst seien. Der Abbau von Bürokratie ist 45 Prozent der Krankenhausärzte am wichtigsten und 34 Prozent sehr wichtig.


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