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Warum der Bauch immer dicker wird (08.09.2009)

„Gesund in jedem Alter“ – unter diesem Motto steht die 18. Bremerhavener Gesundheitswoche, die am Sonnabend in der Stadthalle eröffnet wurde. Bis Mittwoch haben Besucher die Gelegenheit, sich an Messeständen und in zahlreichen Vorträgen über den Stand der medizinischen Forschung zu informieren.

Der Eröffnungsvortrag von Prof. Anlauf, bis 2004 Chefarzt der Medizinischen Klinik II des Klinikums Reinkenheide, hatte das Thema „Lieber gesund bleiben als gesund werden“. Denn mit dem Gesundwerden ist das – trotz aller Fortschritte in der Medizin – so eine Sache: „Ganz weg kriegt man die wenigsten Krankheiten“, räumt Anlauf selbstkritisch ein. „Wenn man die Folgen um 40, 50 Prozent reduzieren kann, ist das schon ein großer Erfolg.“

Also lieber gesund bleiben. Und dazu raten die Mediziner seit langem das gleiche: gesunde Ernährung, viel Bewegung, Übergewicht vermeiden. Hört sich einfach an, ist es aber nicht: „Wir sind für unsere Lebensbedingungen falsch programmiert“, sagt Anlauf. Die Gene des Wohlstandsmenschen des 21. Jahrhunderts unterscheiden sich kaum von denen der Jäger und Sammler früherer Jahrtausende. Doch während unsere Vorfahren auf der Suche nach Nahrung unablässig durch Wälder und Savannen streiften, fährt der Wohlstandsbürger des 21. Jahrhunderts zur nächsten Drive-In-Burger-Bratbude. Das Ergebnis: Der Bauch wird dick und dicker.

Dagegen sollen allerlei Diäten helfen, die Anlauf allerdings am liebsten auf ihren simplen Kern reduziert: „Im Prinzip ist es egal, woran Sie sparen: Fett, Eiweiß oder Zucker“, sagt er. Hauptsache, man isst weniger als man verbraucht. „Und körperliche Aktivität lohnt sich in jedem Alter und in jeder Gewichtsklasse“, versichert er. Schon 90 Minuten Gehen, Radfahren oder Joggen in der Woche reduzieren das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Von der Politik fordert Anlauf mehr Mut: Nötig seien ein Bonussystem der Krankenkassen für die, die etwas für ihre Gesundheit tun, die Absenkung der Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse („wie bei Tiernahrung“) und eine Ampelkennzeichnung für Lebensmittel, aus der Fett-, Eiweiß-, Kohlenhydrat- und Zuckergehalt auf einen Blick hervorgehen.

Für sein Engagement in der Gesundheitsvorsorge erhielt Anlauf am Sonnabend den Ehrenpreis der Gesundheitswoche.

Quelle: NSZ


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