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Ärzte gegen SPD-Forderung nach Termingarantie (21.09.2009)

Es gebe keine Studien, die eine Bevorzugung von Privatpatienten bei der Terminvergabe „in signifikantem Umfang“ belegten, betonte Stahl. Überdies handele es sich bei Ärzten um Freiberufler, deren Recht auf eigenständiges „Praxismanagement“ nicht beschnitten werden solle. „In akuten Fällen“ spiele die Versicherungsart ohnehin keine Rolle.

Die Forderung nach einer Termingarantie für gesetzlich Versicherte beim Arztbesuch hält auch der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, unter den derzeitigen Rahmenbedingungen für nicht realisierbar. „Das ist gut gemeint, geht aber nicht“, sagte Hoppe vor Journalisten in Berlin. Solange es Budgets gebe, seien Wartezeiten manchmal unvermeidlich.

Hoppe verwies auf die nicht ausreichenden Ressourcen für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Während die GKV mit 6,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes auskommen müsse, ständen in den Niederlanden, in Großbritannien und in skandinavischen Ländern acht bis neun Prozent zur Verfügung. Hoppe unterstrich, dass die Qualität der medizinischen Leistungen für Kassen- und für Privatpatienten gleich sei. Unterschiede gebe es im Komfort und beim Umfang der Leistungen.

Der Vorsitzende des Hartmannbundes, Kuno Winn, bezeichnete den Vorstoß als „Wahlkampfpopulismus“. „Es bleibt deprimierend, welch gravierende Diskrepanz bei der Ministerin zwischen dem Erkennen eines Problems und der angemessenen Lösung sichtbar wird“, so Winn. Statt endlich die Rahmenbedingungen für die ärztliche Tätigkeit entscheidend zu verbessern, solle der Arzt durch neue gesetzliche Regelungen und Bestimmungen in seinem Hamsterrad zu noch mehr Tempo angetrieben werden. „Weg von der individuellen Behandlung unserer Patienten hin zu einer Just-in-time-Fließbandmedizin. Das ist die Problemlösung à la Schmidt“, monierte der Verbandschef.

Dagegen wies die Stiftung Gesundheit darauf hin, dass bereits zahlreiche Arztpraxen ihren Patienten kurze Wartezeiten garantieren. Unter www.arzt-auskunft.de könnten Patienten gezielt danach suchen. © ddp/stü/hil/aerzteblatt.de


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