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Internisten wollen priorisieren, um Rationalisierungen zu vermeiden (28.09.2009)

Die Politik habe sich zuletzt zu wenig um die Gesundheitspolitik gekümmert, beklagte BDI-Präsident Wolfgang Wesiack am Freitag im Rahmen des 2. Deutschen Internistentages in Berlin. Sie fürchte die Gesundheitspolitik „wie der Teufel das Weihwasser“. Aus einem einfachen Grund: Kaum jemand habe bei dem herrschenden „Chaos“ und dem Regelwust mehr den Durchblick.

Diese Zustände seien nicht mehr tragbar, es gelte umzusteuern. „Ein gutes System zeichnet sich dadurch aus, dass es mit wenig Regelungen und Gesetzen auskommt“, sagte Wesiack.

In der Debatte um die Zukunftsfähigkeit des Systems werde zwangsläufig die Priorisierung in der Medizin eine Rolle spielen müssen: „Wir würden das gerne vermeiden, aber wenn die Finanzmittel begrenzt sind, dann muss man priorisieren, um eine Rationalisierung zu vermeiden.“
Es gelte, eine Rangfolge festzulegen, welche Leistungen unabdingbar seien und auf welche verzichtet werden könne. Damit schließt sich der BDI dem Vorstoß von Bundesärztekammerpräsident Jörg Dietrich Hoppe an, der auf dem diesjährigen Ärztetag im Mai die Debatte um Priorisierung in der Medizin in Gang gesetzt hatte.

Als gutes Beispiel für Priorisierung nannte Wesiack die aktuelle Diskussion um die Impfung gegen die Schweinegrippe: „Hier werden die Menschen zuerst geimpft, die am gefährdetsten sind.“

Um eine solche Rangordnung festzulegen, sieht Wesiack Politik, Gesellschaft und Ärzte gemeinsam in der Pflicht. Er fordert, ein neues Gremium in Form eines „breiten Expertenrat“ zu gründen.

In diesem sollten Gesundheitsökonomen, Ethiker, Patientenvertreter und die Kassenärztlichen Vereinigungen vertreten sein. Der Gemeinsame Bundesausschuss könne diese Funktion nicht erfüllen, weil hier vor allem Juristen am Werk seien.

Die großen Herausforderungen der Zukunft sieht der BDI-Präsident im rasanten medizinischen Fortschritt und dem demografischen Wandel. Die Rolle der Inneren Medizin will Wesiack zukünftig gestärkt sehen: Mit 40.000 Internisten in Kliniken und in der ambulanten Versorgung sei sie das „Zentralfach“ in der Medizin. Internisten würden einen großen Beitrag leisten, die medizinische Versorgung in Deutschland sicher zu stellen. © nos


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