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Deutsch-polnisches Telemedizin-Netzwerk wird ausgebaut (20.01.2010)

Dafür werde ein vor acht Jahren von zunächst vier Kliniken gegründeter Datenverbund für die Tumorbehandlung deutlich ausgebaut, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) am Montag in Greifswald.

Das Netzwerk, dem inzwischen 16 medizinische Versorgungseinrichtungen in Vorpommern, Brandenburg sowie in Stettin (Szczecin) angeschlossen sind, soll bis 2015 um fünf weitere Standorte in Mecklenburg-Vorpommern sowie 19 Krankenhäuser im Nordwesten Polens erweitert werden. Die EU stellt dafür 11,4 Millionen Euro zur Verfügung, weitere zwei Millionen Euro kommen von den Projektpartnern.

Mit dem Datenverbund könnten sich Ärzte und Spezialisten über Videokonferenzen sowie über den Austausch von hochauflösenden Aufnahmen, Röntgen- und Krankenbildern konsultieren, sagte Westpommerns Woiwode Wladyslaw Huswejko.

In Zeiten, in denen der Altersdurchschnitt der Bevölkerung steige, die Lebensdauer des Einzeln sich verlängere und die Zahl der Hausärzte dramatisch zurückgehe, werde damit die Möglichkeit für eine flächendeckende, hochwertige medizinische Versorgung einer Region mit mehr als zwei Millionen Einwohnern geschaffen.

Mit der Schaffung neuer telemedizinischer Anwendungen würden vor allem wohnortnahe Diagnostik- und Therapieverfahren für Tumor-, Herz-, Schlaganfall- und Unfallpatienten rund um die Uhr angeboten, sagte Projektleiter Norbert Hosten. Patienten mit Hals-, Nasen- und Ohrenerkrankungen, Augenproblemen sowie in den Bereichen Urologie und Pathologie sollen künftig davon profitieren.

Insgesamt soll das Netzwerk auf zehn Telemedizinanwendungen erweitert werden. Damit werde auch in kleineren Krankenhäusern, in denen aus finanziellen Gründen keine speziellen Fachärzte gehalten werden können, eine qualitativ hochwertige Versorgung gesichert. Zugleich verbesserten sich die Arbeitsbedingungen der Ärzte.

Als Kompetenzzentren des neuen Datenverbunds sollen die Klinken in Greifswald und Stettin genutzt werden. Bisher bestehende telemedizinische Strukturen sollen verbessert werden, insbesondere beim Versenden von Röntgen- und Tomographie-Aufnahmen. „Große Erwartungen setzen wir auch in die Weiterentwicklung der Tele-Pathologie“, sagte Hosten.

Da es nur noch wenige Pathologen gebe, würden künftig sogenannte Schnellschnitt-Gewebeproben noch während der Operation mit Hochleistungsscannern aufgenommen und die Aufnahmen zur Bewertung an den Spezialisten übermittelt.

Nach aktuellen Schätzungen wird die Bevölkerung in dem deutsch-polnischen Grenzgebiet in den nächsten 20 Jahren zahlenmäßig um 15 Prozent zurückgehen. Während die Lebenserwartung weiter steige, werde es schwieriger, Praxen und Klinikstellen zu besetzen, sagte Minister Seidel. Die Telemedizin biete dagegen neue Lösungsansätze zur optimalen gesundheitlichen Betreuung. Mit der Einführung digitaler Verfahren in der Brustkrebsvorsorge habe Mecklenburg-Vorpommern bereits bundesweit eine Vorreiterrolle übernommen. © ddp/aerzteblatt.de


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