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Hoppe fordert offene Debatte über Finanzierung des Gesundheitswesens (23.02.2010)

„Langfristig müssen wir auf etwa acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts, also etwa 18 Milliarden Euro mehr, kommen, um unser derzeitiges Niveau der Gesundheitsversorgung zukünftig sichern zu können“, sagte der Ärztepräsident heute in der Rheinischen Post. Wenn sich an der derzeitigen Finanzierung nichts ändere, werde es zu Leistungseinschränkungen kommen.

„Denkbar ist, dass am Ende eine Grundsicherung steht, die einen Basisschutz anbietet. Für alles andere würden Zusatzversicherungen benötigt.“ Hoppe betonte, die Ärzteschaft sei nicht dafür, den Leistungskatalog zu beschneiden. Vielmehr sollten für die zur Verfügung stehenden Leistungen Rangfolgen erarbeitet werden.

Die Priorisierung von Leistungen sei nicht zu verwechseln mit Rationierung, stellte Hoppe gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung klar . „Rationierung bedeutet, dass einer ganzen Gruppe von Menschen medizinische Leistungen grundsätzlich vorenthalten werden und man gar nicht mehr den einzelnen Patienten im Blick hat.“ Dies sei in England der Fall.

„Bei der Priorisierung aber werden andere Rangfolgen festgelegt: Wie wollen wir den Mangel verteilen? Welche Krankheiten wollen wir zuerst behandeln? Und welche Patienten?“ Entscheiden aber müsse dies die Politik. „Wir helfen dabei gerne“, sagte Hoppe.

Es sei falsch gewesen, dass man über mehrere Jahrzehnte das Gefühl vermittelt habe, durch die Zahlung von Beiträgen an die gesetzlichen Krankenversicherungen sei alles abgegolten. „Dass Minister Rösler jetzt nicht unbedingt sofort mit Priorisierung aufwarten will, das kann man ja verstehen. Aber dass die Debatte unethisch ist, wie er behauptet, das werden wir schnell widerlegen“, so der BÄK-Präsident.

Reformbedarf sieht Hoppe auch bei „den zum Teil unzumutbaren Arbeitsbedingungen“ für Ärzte. Sie müssten attraktiver gemacht werden. Dazu gehörten weniger Bürokratie, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, „aber auch eine leistungsgerechte Bezahlung ärztlicher Arbeit“. © RS/aerzteblatt.de


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