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Mangelernährung: Wissenschaftliche Studie beweist vorbeugende Wirkung von therapeutischer Fertignahrung (17.04.2009)

e in der Fachzeitschrift vorgestellte Studie wurde von 2006 bis 2007 von dem Ärzte ohne Grenzen nahestehenden Forschungsinstitut Epicentre in zwölf Dörfern in Niger durchgeführt. Einbezogen wurden alle 3.533 Kinder dieser Orte im Alter von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Dabei erhielt etwa die Hälfte der Kinder drei Monate lang täglich zusätzlich zum gewohnten Essen eine Ration nährstoffreiche Fertignahrung. Während der achtmonatigen Versuchsphase wurden die Kinder beider Gruppen einmal pro Monat untersucht. Wichtigstes Ergebnis: Kinder, die die Fertigpaste erhielten, zeigten eine 58 Prozent geringere Chance, schwere akute Mangelernährung zu entwickeln.

Jährlich sind 3,5 bis 5 Millionen Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren durch Mangelernährung mitverursacht. Mangelernährung führt zu langanhaltender schlechter Gesundheit, Behinderungen und beeinträchtigt die Entwicklung. Extreme Mangelernährung führt zu einem geschwächten Immunsystem, so dass selbst übliche Kinderkrankheiten, wie Atemwegsinfektionen oder Magenviren, sehr schnell zu Komplikationen oder sogar zum Tod führen können.

Für die Untersuchung in Niger wurde eine therapeutische Variante der Fertignahrung verwendet, welche verhältnismäßig teuer ist. Es gibt aber Gründe anzunehmen, dass auch alternative, günstigere Produkte eine ähnlich vorbeugende Wirkung haben können. Solche alternativen Produkte werden derzeit von Organisationen wie UNICEF und dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) erprobt.

In den vergangenen zwei Jahren hat Ärzte ohne Grenzen mehr als 300.000 mangelernährte Kinder in 22 Ländern behandelt. In den Projekten wird seit 2007 eine Präventionsstrategie mit einer kostengünstigeren Nahrungsmittelpaste durchgeführt. In der nigrischen Region Maradi reduzierten großangelegte Verteilungen solcher Nahrungsmittelpasten bei kleinen Kindern extreme Mangelernährung.


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