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Republik Moldau: Ärzte ohne Grenzen fordert mehr medizinische Hilfe für die Menschen in Transnistrien (17.04.2009)

Ärzte ohne Grenzen startete im Frühjahr 2007 ein HIV/Aids-Projekt in Transnistrien. Schon nach vier Monaten erhielten die ersten Patienten lebensverlängernde antiretrovirale Medikamente. Rund 860 Infizierte nehmen derzeit am Behandlungsprogramm teil. Das entspricht mehr als der Hälfte aller registrierten HIV-Positiven in Transnistrien. 135 Patienten erhalten antiretrovirale Medikamente.

Besonders akut ist das HIV/Aids-Problem in den transnistrischen Gefängnissen. Während das Projekt für die zivile Bevölkerung im Dezember 2008 erfolgreich an die Behörden übergeben werden konnte, verlängerte Ärzte ohne Grenzen die Aktivitäten in den Strafanstalten um vier Monate bis April 2009. Die Organisation ruft das transnistrische Gesundheits- und Justizministerium auf, sich dafür einzusetzen, dass die HIV/Aids-Angebote in den Gefängnissen auch danach aufrechterhalten und ausgeweitet werden.

Neben dem Aufbau eines nachhaltigen HIV/Aids-Behandlungsprogramms wollte Ärzte ohne Grenzen mit diesem Projekt auch anderen Akteuren zeigen, dass es möglich ist, in dieser offiziell nicht anerkannten Republik zu arbeiten. \"Die transnistrischen Behörden müssen allerdings vieles ändern, damit humanitäre Organisationen die Bevölkerung erreichen können. Die Zollformalitäten sind kompliziert und dauern sehr lange. Hinzu kommen viele unnötige bürokratische Hürden. Im Bereich HIV/Aids gibt es zudem kaum Prävention oder Aktivitäten, die die Ansteckungsrisiken verringern. So kann sich die Krankheit weiter ungebremst ausweiten\", sagt Mark Walsh, Leiter der Projekte von Ärzte ohne Grenzen.

Moldawien empfängt jährlich mehrere Millionen Dollar an humanitärer Hilfe. Davon erhält Transnistrien jedoch nur einen kleinen Prozentsatz. Allzu oft sind zudem Bedingungen an das Geld geknüpft. In den vergangenen zwei Jahren hat Ärzte ohne Grenzen festgestellt, dass humanitäre und politische Ziele nicht voneinander getrennt werden.

Die Organisation ruft daher alle lokalen und internationalen Akteure auf, die medizinischen und humanitären Bedürfnisse dieser isolierten Bevölkerung strukturiert anzugehen - unabhängig von politischen Interessen und Zielen. \"Werden die Gesundheitsprobleme in Transnistrien weiterhin ignoriert, wird es zu mehr Infektionskrankheiten und zunehmender Not sowohl für die moldawische als auch für die transnistrische Bevölkerung kommen\", warnt Walsh.


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