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Die Epidemie klingt spät ab (17.04.2009)

OTH/HILPOLTSTEIN (stt) - Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat kürzlich einen Norovirus-Ausbruch im Kreisklinikum Roth gemeldet. In der Woche vor Ostern waren dort 23 Personen an Durchfall und Erbrechen erkrankt. Laut Mitteilung der Behörde waren auch Schwabach und Nürnberg davon betroffen.

Das Gesundheitsamt Roth-Schwabach hat nun darauf hingewiesen, dass es sich dabei nicht um ein regionales Problem handelt. Im April seien in ganz Bayern kleine Epidemien mit mehr als zehn Erkrankten in Gemeinschaftseinrichtungen zu verzeichnen gewesen, betonte Medizinaldirektor Dr. Fritz Oberparleiter. «Die seit drei Jahren zu beobachtende Norovirus-Winterepidemie klingt in diesem Jahr sehr spät ab«, fügte der Chef des Gesundheitsamts hinzu.

Nach Darstellung Oberparleiters seien in jüngster Zeit weitere Norovirus-Fälle in Schulen und Kindertagesstätten aufgetreten, die jeweils unter der Meldeschwelle von zehn Fällen gelegen haben. Insgesamt seien im Landkreis Roth und in Schwabach im Laufe des vergangenen Winters 173 Erkrankungen bekannt geworden. Da die Dunkelziffer aber bei etwa 90 Prozent liege, gehe er von etwa 2000 Fällen in seinem Zuständigkeitsbereich aus, so Oberparleiter. Seiner Einschätzung zufolge sind das keine besorgniserregenden Zahlen. «Wir liegen damit im bundesweiten Trend«, hat Oberparleiter auf Basis von Zahlen des Landesamts in Erlangen und des Robert-Koch-Instituts in Berlin ausgerechnet.

Bei den Fällen im Rother Krankenhaus habe seine Behörde festgestellt, dass etwa die Hälfte der Erkrankten bereits mit den Symptomen einer Norovirus-Erkrankung eingeliefert worden sei. «Hauptverbreitungsweg der Infektion ist das Händeschütteln«, erklärte Oberparleiter. Ferner sei auf Sauberkeit im Sanitärbereich zu achten. Für Oberparleiter reicht es dabei aus, die Hände häufig zu waschen. Bad und WC sollten regelmäßig mit herkömmlichen Reiniger behandelt werden. «Desinfektion ist nicht erforderlich.« Insbesondere in Kindertagesstätten führe sie zu zusätzlichen Belastungen.

In der Regel verläuft die Infektion mit dem Noro-Virus für gesunde Erwachsene sowie Jugendliche und Kinder zwar äußerst unangenehm, doch nicht lebensbedrohlich. «Gefährlich kann es allerdings für vorerkrankte ältere Menschen und Kleinkinder unter einem Jahr werden«, hob der Mediziner hervor. Sie sollten unverzüglich den Arzt aufsuchen. Bei Senioren mit Herz-Kreislauf- sowie Stoffwechsel-Erkrankungen drohten durch durch die Entgleisung des Elektrolyth-Haushalts ernsthafte Konsequenzen. Säuglinge trockneten bei massivem Durchfall schnell aus. (stt)


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