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Erst stirbt die Praxis, dann der Patient (17.04.2009)

Dr. Ilka Enger und Dr. Siegfried Jedamzik fordern: „Weg mit der Gesundheitsreform und dieser sozialistischen Medizin!“ Die Bürger zahlten genug in die Krankenkassen. „Wir leben hier in Bayern und wollen keine Budgetierung.“ Beide ernten Riesenbeifall. „Wir wollen unabhängig sein von Berlin. Wir wollen eine regionale Gesundheitsreform.“

„Abwrackprämie für Ulla“


Auf dem Macerataplatz sind die Demonstrationsteilnehmer - viele in orangefarbenen T-Shirts - am Samstag mit Transparenten aufmarschiert. „300 000 Arbeitsplätze im Gesundheitswesen gefährdet. Wollen Sie das wirklich, Frau Schmidt?“, steht da zu lesen. „Abwrackprämie für Ulla“. „Erst stirbt die Praxis, dann der Patient.“ Oder: „Sie haben die Wahl, freier Zugang zum Arzt ihres Vertrauens“. Drunter der Hinweis auf die Bundestagswahl. Aufgerufen zur Demo hat der Ärzteverband Oberpfalz Nord, dessen Vorsitzender Dr. Nikolaus Globisch als Moderator auftritt.

Dr. Wolfgang Rechl, Chef des Ärztlichen Kreisverbandes Weiden, betont die regionalen Strukturen und spricht von einer bisher guten fachärztlichen und klinischen Versorgung. „Man beneidet uns überall darum. Aber wir haben Angst, dass wir den fachärztlichen Bereich nicht mehr halten können.“ Einer der Gründe: Die großen „Klinikkonzerne“. Auch Josef Götz, Vorstand der Kliniken AG, bekundet seine Solidarität mit den Fachärzten. „Wenn Arbeit im Krankenhaus krank macht, dann ist das traurig“, sagt er. Unter dem Kostendruck noch mehr Personal abzubauen, sei nicht möglich. „Ihre Sorge ist berechtigt“, betont stellvertretender Landrat Willi Neuser. Weitere Fürsprecher haben die demonstrierenden Ärzte in den FDP-Abgeordneten MdL Thomas Dechant und MdB Horst Meierhofer. Für die Arzthelferinnen bringt Lisa Forster die Missstände auf den Punkt: „Wir haben 25 000 Arztpraxen in Bayern. Und wenn jede auch nur eine Kollegin ausstellt, haben wir 25 000 Arbeitslose mehr.“

Buhrufe gegen Annette Karl


MdL Petra Dettenhöfer (CSU) soll die Argumente zur Klausurtagung der CSU nach Kloster Banz mitnehmen. Sie macht sich für das Beibehalten der flächendeckenden Versorgung und mehr Geld für praktizierende Mediziner stark: „Es kann nicht sein, dass viel Geld ins System fließt und bei Ihnen nichts ankommt.“

Rund 150 Ärzte und Mitarbeiterinnen machen ihrem Unmut Luft. Ins Visier nehmen sie Polikliniken und „Kassensozialismus“. Buhrufe muss sich MdL Annette Karl (SPD) gefallen lassen. Dabei spricht sie sich für Medizin in Wohnortnähe und bessere Anreize für junge Ärzte aus. Zwischenruf aus dem Publikum: „Bringen Sie das mal ihrer Partei bei!


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