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Gesundheitssystem Honorare der Kassenärzte steigen erneut deutlich (06.10.2010)

Ein weiteres Honorarplus von 175 Millionen Euro ergibt sich nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes durch einen entsprechenden Kabinettsbeschluss. Weitere Leistungen wie den Hörtest für Neugeborene oder die Vorsorgeuntersuchungen eingerechnet, ergibt sich nach Angaben der Kassen für die niedergelassenen Ärzte unter dem Strich ein Honorarplus von mehr als einer Milliarde Euro. Damit steige das Honorar von rund 32 Milliarden Euro in diesem Jahr auf gut 33 Milliarden Euro im nächsten Jahr.

Der Sprecher des Kassenverbands reagierte enttäuscht. "Die Ärzte stehen 2011 wieder vor einem Rekordhonorar", kritisierte Florian Lanz. "Das ist eine Lösung im Interesse der Ärzte und nicht im Interesse der Beitragszahler." Das sei keine Sparmaßnahme, sondern eine Ausgabensteigerung, kritisierte auch GKV-Vize Johann-Magnus von Stackelberg. Bezahlen müssten dies die Beitragszahler über die Erhöhung der Krankenkassenbeiträge, die die Bundesregierung zum 1. Januar 2011 beschlossen hat.

Wie es aus Verhandlungskreisen hieß, fiel der Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses von Kassen und Ärzten gegen die Stimmen der Krankenkassen. Ausschlaggebend war offenbar das Votum des unabhängigen Sachverständigen Jürgen Wasem. Die Ärzte hatten mehr als zwei Milliarden Euro zusätzlich verlangt, die Kassen wollten ursprünglich eine Nullrunde durchsetzen. Sie konnten sich allerdings nicht durchsetzen und wurden in der Sitzung überstimmt.

Der Vize-Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, forderte derweil bundeseinheitliche Honorare für Ärzte. "Der Gesetzgeber muss dafür sorgen, dass in Nordrhein für die gleiche ärztliche Behandlung nicht geringere Honorare gezahlt werden als in Bayern", sagte er. Das Honorarsystem sei mittlerweile so kompliziert, dass es höchstens noch zwei oder drei Experten gebe, die den Durchblick hätten.

Q: zeit.de


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