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„Augenärztliche Grundversorgung am Ende“ (19.04.2009)

„Unter den derzeitigen Honorarbedingungen ist die moderne, nicht operative
Augenheilkunde am Ende“, protestiert Prof. Bertram: „Aus der gesetzlichen
Krankenversicherung werden pro Versichertem und Jahr weniger als 10 Euro für die
ambulante, nicht operative Augenheilkunde bezahlt, insgesamt sind das weniger als
700 Millionen Euro. Für Sehhilfen geben die Bundesbürger mit über 3,5 Milliarden
Euro den fünffachen Betrag aus.“ 4,5% der niedergelassenen Ärzte sind Augenärzte,
doch sie erhalten lediglich 0,5% der Gesamtausgaben der Gesetzlichen
Krankenkassen.
Viele Menschen sehen die Augen als ihr wertvollstes Sinnesorgan an. Blindheit ist
ein schlimmes Schicksal, das die Betroffenen in ihrer Lebensführung extrem
beeinträchtigt und das für die Gesellschaft immense Folgekosten nach sich zieht. Die
häufigsten Ursachen für Blindheit oder erhebliche Sehminderung sind in Deutschland
die Altersabhängige Makuladegeneration (AMD), der Grüne Star (Glaukom), der
Graue Star (Katarakt) und diabetesbedingte Netzhautschäden. Bei all diesen
Krankheiten können Augenärzte den Patienten helfen und das Schicksal der
Blindheit verhindern oder das Sehvermögen zumindest doch für viele Jahre erhalten.
Voraussetzung ist aber eine frühzeitige Diagnose und eine zuverlässige Betreuung
durch den Augenarzt. Die Mehrzahl der Patienten in Augenarztpraxen sucht diese zu
Screening, Diagnostik oder Therapie dieser vier Krankheiten auf.
In Deutschland behandeln derzeit rund 5500 Vertragsaugenärzte etwa 29 Millionen
Versicherte pro Jahr. Augenarztpraxen und Augenkliniken beschäftigen rund 40.000
Menschen. Die Alterung der Gesellschaft sorgt dafür, dass die Augenärzte immer
mehr benötigt werden, denn viele Augenerkrankungen treten im höheren Alter
häufiger auf. Mit erfreulich vielen Innovationen hat sich die Augenheilkunde denHerausforderungen gestellt. Doch angesichts der aktuellen Entwicklung der Honorare
ist eine von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlte Behandlung durch den
Augenarzt, die auch nur die Note „befriedigend“ verdient, nicht mehr möglich.
Praxisschließungen und die Entlassung von Mitarbeitern sind bereits heute an der
Tagesordnung
Prof. Bertram: „Durch das finanzielle Aushungern der augenärztlichen
Facharztpraxen verabschieden sich die Gesetzlichen Krankenkassen aus der
augenärztlichen Versorgung immer weiter. Wollen Krankenkassen und
kassenärztliche Vereinigungen etwa, dass unsere augenkranken Patienten
demnächst ihre Behandlung selbst zahlen, so wie es jetzt schon bei den Brillen der
Erwachsenen, bei den Vorsorgeuntersuchungen und vielen neuen Untersuchungen
in der Augenheilkunde ist? Eine Gesellschaft, die über 3000 Millionen Euro für 10
Millionen Brillen pro Jahr zahlt, müsste doch bereit sein, über die Krankenkassen für
die hochwertige Grundversorgung von 29 Millionen Augenarztpatienten deutlich
mehr als 700 Millionen Euro zu zahlen.“
Der BVA fordert, dass die augenärztliche Grundversorgung endlich adäquat honoriert
wird, damit allen Versicherten der Gesetzlichen Krankenkassen auch weiterhin eine
hochwertige augenärztliche Versorgung angeboten werden kann.
Weitere Informationen zum Thema Auge und Sehen inklusive Bild- und
Statistikdatenbank: www.augeninfo.de
Herausgeber:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA), Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf
Pressekontakt:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA), Pressereferat: Dr. med. Georg Eckert,
Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf, Tel. +49 (0) 2 11 / 4303700, Fax +49 (0) 2 11 / 4303720,
presse@augeninfo.de, www.augeninfo.de


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