. .

Erfahren Sie die aktuelle Neuigkeiten

Aktuelle News hier!


Augenärzte können den Sehnerv bewahren Kooperation mit dem Patienten verhindert Glaukomschäden (19.04.2009)

DÜSSELDORF 27.1.2009 – Der Name Glaukom bezeichnet eine Gruppe
verschiedener Erkrankungen, die eines gemeinsam haben: Die Fasern des
Sehnervs gehen langsam zu Grunde. Der Patient bemerkt die Erkrankung erst,
wenn der größte Teil des Sehvermögens unwiederbringlich verloren gegangen
ist. Das Glaukom ist die dritthäufigste Erblindungsursache in Deutschland –
sie kann durch Früherkennung und rechtzeitige fachärztliche Behandlung
verhindert werden.
Lange Zeit wurde das Glaukom mit einem zu hohen Augeninnendruck gleichgesetzt.
Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse belegen jedoch, dass der Augeninnendruck
nur einer von mehreren Risikofaktoren ist, an einem Glaukom zu erkranken. „Rund
80 Prozent aller Patienten mit „erhöhtem“ Augeninnendruck entwickeln kein
Glaukom“ macht Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Direktor der Universitäts-Augenklinik
Mainz und wissenschaftliches Mitglied im BVA-Vorstand deutlich. „Doch andererseits
konnte bei bis zu 30 Prozent aller Patienten mit schon vorhandenem
Glaukomschaden zuvor kein erhöhter Augeninnendruck gemessen werden.“ Deshalb
können die früher als „normal“ geltenden Werte von 15 bis 21 mmHg nur als
Richtgrößen dienen. Auch andere Ursachen wie eine mangelhafte Blutversorgung
des Sehnervs spielen bei der Entstehung von Glaukomschäden eine wichtige Rolle.
Vor kurzem erst hat man herausgefunden, dass auch der Liquor – das Gehirnwasser
– am Krankheitsgeschehen beteiligt sein könnte.
Wesentlicher Bestandteil der Glaukomvorsorgeuntersuchung ist die Beurteilung der
Papille – das ist der Sehnervenkopf an der Stelle, an der der Sehnerv das Auge
verlässt – durch einen erfahrenen Augenarzt. Hinzu kommt die Messung des
Augeninnendrucks und gegebenenfalls die Messung der Hornhautdicke. „Die
Messung des Augeninnendrucks alleine ist nicht sinnvoll“, betont Prof. Pfeiffer.
Ein Glaukom erkennen Augenärzte unter anderem daran, dass an der Papille eine
Aushöhlung entsteht, wenn die Nervenfasern absterben – noch lange, ehe der
Patient selbst eine Verschlechterung seines Sehvermögens wahrnimmt. Ist die
Diagnose „Glaukom“ gestellt, dann ist intensive Behandlung nötig und erfolgreich.
Prof. Pfeiffer verweist auf Daten aus den USA: Die Advanced Glaucoma Intervention
Study belegt, dass konsequente Behandlung den Untergang des Sehnerven in den
allermeisten Fällen zum Stillstand bringen kann.
Verschiedene Wirkstoffe stehen als Augentropfen zur Verfügung. Ansatzpunkt der
Therapie ist auch heute noch vor allem der Augeninnendruck – wird er konsequent
gesenkt, dann verbessert sich nicht zuletzt auch die Durchblutung der Papille und die
Fasern des Sehnervs können dauerhaft erhalten werden. Sollte die medikamentöse
Therapie nicht ausreichen, stehen Laserbehandlung oder operative Verfahren zur
Verfügung, um den Sehnerv zu entlasten. Diese Verfahren werden beständig weiterentwickelt, um die Nebenwirkungen für die Patienten so gering wie möglich zu
halten.
Ganz wichtig ist für Glaukompatienten eine regelmäßige Verlaufskontrolle, um
laufend die Wirksamkeit der Therapie bezüglich des Sehnerven zu überwachen.
Hierzu gibt es neben der Untersuchung an der Spaltlampe die
Gesichtsfelduntersuchung und einige bildgebende Verfahren, die schon kleinste
Schäden des Sehnervenkopfes erkennen lassen: die Retinatomographie (HRT), die
Analyse der Nervenfaserschicht (GDx) oder die Optische Kohärenztomographie
(OCT). Studienergebnisse zeigen, dass die Behandlung stets individuell auf jeden
Patienten abgestimmt werden muss. „Bei manchen Patienten kann es sinnvoll sein,
in einem frühen Stadium noch nicht zu behandeln“, erläutert Prof. Pfeiffer. „Dann sind
aber sorgfältige Kontrolluntersuchungen notwendig, um sofort eingreifen zu können,
wenn erste Veränderungen eintreten.“
Das Glaukom erfordert die Kooperation von Patient und Augenarzt auf Lebenszeit.
Der Dank für diese gemeinsame Mühe ist der Erhalt des wertvollen Augenlichts. Der
Berufsverband der Augenärzte rät allen Menschen ab dem Alter von 40 Jahren alle
zwei Jahre eine augenärztliche Glaukomvorsorgeuntersuchung machen zu lassen,
ab dem Alter von 60 Jahren sollte diese Untersuchung jährlich erfolgen.


Zur News Seite