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Leitende Krankhausärzte unterstützen Krankenhausgesellschaft (19.04.2009)

Mit scharfer Kritik an der politischen Rahmensetzung hat der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands e.V. (VLK) auf die politischen Forderungen der Deutschen Krankenhaus Gesellschaft (DKG) im Zusammenhang mit dem Gutachten des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) reagiert. „Die Zahlen, die uns von unabhängiger Seite zur wirtschaftlichen Situation der deutschen Krankenhäuser vorgelegt werden, sind in der Tat erschreckend,“ betonte VLK-Präsident Prof. Dr. Hans Fred Weiser am Freitag. Es sei nicht zu verstehen, warum die Politik wohl vom Willen dominiert sei, die Krankenhäuser als erklärte Leistungsträger der deutschen Gesundheitsversorgung sehenden Auges in den Ruin treiben.
„Ich bin besonders besorgt darüber, dass alle Bemühungen um eine Optimierung der stationären Versorgung von politischer Seite seit Jahren mit immer neuen Sparauflagen beantwortet werden“, ergänzt Weiser. Der VLK-Präsident diagnostiziert in diesem Zusammenhang ein für die Krankenhäuser unerträgliches Spannungsverhältnis zwischen Wettbewerb und Planwirtschaft: „Wir hätten überhaupt keine Schwierigkeiten, uns einem echten Wettbewerb um die besten medizinischen Leistungen zu stellen. Wenn wir aber den ständigen Spardruck nicht kompensieren können, weil wir nicht gestalten dürfen, dann führt das zu nichts anderem als zu einer fortschreitenden Selbstkannibalisierung,“ analysiert Weiser. Es sei einfach nicht möglich, einerseits die ständigen Sparauflagen zu erfüllen, zum anderen aber in weiten Teilen der Ausgaben- und Leistungsstruktur politisch zur Untätigkeit verdammt zu sein. „Das passt vorne und hinten nicht zusammen“, so Weiser, „und unter diesen Umständen können wir auch nicht mit vernünftigen, gestaltenden Konzepten auf die Forderungen reagieren.“
Besondere Sorge bereitet dem VLK-Präsidenten, dass vor diesem Hintergrund nur zwei Stellschrauben zur Senkung der Krankenhausausgaben übrig blieben: die Qualität und die Personalkosten. „Es kann aber vor dem Hintergrund wachsender Morbidität und einer ständig älter werdenden Bevölkerung nicht im Sinne der Politik sein, wenn die Patienten von noch stärker überlasteten Krankenhausmitarbeitern schlechter versorgt werden“ kritisiert Weiser. Er forderte vor diesem Hintergrund ein Ende der Krankenhaus-Sparauflagen und endlich individuellere Gestaltungsmöglichkeiten für die Häuser. „Nur so werden wir die Qualität bekommen, die wir in Zukunft brauchen, und dabei tatsächlich jeden Euro an der richtigen Stelle einsetzen können,“ so der VLK-Präsident.


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