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Hautärzte stellen klar: Dermatoskopie ist eine wertvolle Zusatzuntersuchung (28.07.2012)

In den zuständigen Gremien der Selbstverwaltung haben sich die Verhandlungsführer der Krankenkassen mit wechselnden Argumenten stets geweigert, eine Regelung zu treffen, die über eine reine Blickdiagnostik hinausgeht. Das Gegenargument von Seiten der maßgeblichen Krankenkassenvertreter lautete stets: zu aufwendig und zu teuer. Dies ist für jedermann nachzulesen in den Veröffentlichungen des mit der Sache über viele Jahre befassten Gemeinsamen Bundesausschusses (www.g-ba.de).

Die für die gesetzliche Krankenversicherung innovative Untersuchung mit dem Dermatoskop ist auch keineswegs, wie im IGeL-Monitor dargelegt, entbehrlich. Vielmehr ermöglicht sie es dem fachkundigen Dermatologen, die Zahl der Probeentnahmen (Biopsien) und die nachfolgende feingeweblichen Untersuchungen präziser als die reine Blickdiagnostik auf die medizinisch unerlässlichen Fälle zu begrenzen wie neuere Studien inzwischen zuverlässig beweisen. Daher ist die Dermatoskopie bzw. Auflichtmikroskopie inzwischen ebenso wie in Australien auch in die deutsche S3-Leitlinie zur Hautkrebsbehandlung aufgenommen worden.

Die willfährige „Bewertung“ der Dermatoskopie durch den MDS als entbehrliche GKV-Inklusivleistung ist von der Wirklichkeit längst überholt worden. In der gesetzlichen Krankenversicherung sind inzwischen zahlreiche große, leistungsfähige Krankenkassen wie die AOK, die Barmer GEK, die IKK, sowie zahlreiche Betriebskassen regional oder auch bundesweit wie Knappschaft und Techniker-Krankenkasse dazu übergegangen, die Zusatzleistung einer dermatoskopischen Diagnostik gesondert zu vergüten.

Außerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung ist mit der Ziffer 750 in der Gebührenordnung Ärzte (GOÄ) eine eigene Regelung geschaffen worden, nach der diese Leistung heute für jeden Bundesbürger als privatmedizinische Leistung zu einem Preis von rund 16 Euro erbracht werden kann.

Der Berufsverband der Deutschen Dermatologen bedauert die vom MDS einseitig betriebene Eskalation des seit Jahren ungelösten Konflikts, der vor allem aus dem öffentlichen Druck resultiert, dem Krankenkassen ausgesetzt sind, die lediglich die Blickdiagnostik erstatten. Der MDS hat das notwendige Vertrauensverhältnis zwischen Patient und behandelndem Arzt unnötig und in einer unverantwortlichen Weise belastet.

Die Darstellung des MDS-IGeL-Monitors stellt eine Desinformation zum Schaden der gesetzlich Krankenversicherten dar, die fatal an das Strickmuster erinnert, mit dem eine Reihe von Krankenkassen vor Einführung des Hautkrebsscreenings als Krankenkassenleistung die Hautkrebsvorsorgeuntersuchung bei Dermatologen über viele Jahre als IGel diffamiert haben.

Der BVDD fordert den MDS als Urheber auf, die mangelhafte „Bewertung“ des IGeL-Monitors umgehend zu korrigieren.

Wir können unseren Patienten nur empfehlen, auch beim nächsten Hautkrebsscreening eine dermatoskopische Zusatzuntersuchung zu vereinbaren.

HINWEIS: Sie haben weiter unten die Möglichkeit, diese Presseinformation des BVDD zu kommentieren.

11.07.2012
Quelle:

Kontakt
Pressestelle des
Berufsverbandes der Deutschen


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